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Augenzittern (Nystagmus)

Nystagmus ist eine Augenerkrankung, bei der die Augäpfel unkontrollierte Bewegungen ausführen

Symptome, Erscheinungsbild, Ursache des Augenzitterns

Nystagmus ist ein natürlicher Bewegungsablauf der Augen, den sie etwa beim seitlichen Blick aus einem fahrenden Fahrzeug vollführen – sie folgen der vorbeiziehenden Umgebung und kehren dann rückartig wieder in die Ausgangsstellung zurück, um dann der sich scheinbar vorbeiziehenden Umgebung wieder zu folgen (optokinetischer Nystagmus).
Beim krankhaften Augenzittern vollführen beide Augen ohne den äußeren optischen Reiz diese gleichzeitigen und gleichseitigen Bewegungen. Sie bewegen sich im Wechsel erst langsam und dann schnell (Rucknystagmus), wodurch für Beobachter der Eindruck des Augenzitterns entsteht. Beim Pendelnystagmus schwingen sie scheinbar gleichmäßig hin und her.

Nystagmus kann angeboren oder erworben sein. Er wird unter anderem nach der Schnelligkeit des Bewegungswechsels und nach den Ursachen unterschieden. Vorübergehendes Augenzittern kann durch verschiedene Faktoren ausgelöst werden:

• Alkohol- oder Drogenkonsum: Hier wird die Koordination von Sehen und Gleichgewichtssinn gestört
• Erkrankung des Gleichgewichtssinns
• Neurologische Erkrankungen

Auftreten und Formen des Augenzitterns

Die Augenheilkunde unterscheidet zwischen krankhaftem (pathologischem) und physiologischem Nystagmus, der durch äußere Reize verursacht wird:

Spontannystagmus tritt in Ruhestellung der Augen auf
Provokationsnystagmus kann von Veränderung von Körper- oder Kopfhaltung ausgelöst werden

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten des Augenzitterns

Bei der fachärztlichen Untersuchung des Augenzitterns ermöglicht eine genauere Patientenbefragung die Diagnose, ob es sich um angeborenen oder erworbenen Nystagmus handelt. Dann werden die Augenbewegungen mithilfe einer Frenzelbrille untersucht. Sie verhindert eine scharfe Wahrnehmung der Umgebung und hilft, einen Spontannystagmus zu diagnostizieren.

Bei einer Elektronystagmografie können mittels links und rechts am Kopf befestigter Elektroden schmerzfrei die elektrischen Werte des Augenzitterns ermittelt werden.

Nystagmus kann medikamentös mit Präparaten aus der Demenz- und Parkinsontherapie und aus der Schmerzbehandlung behandelt werden, wobei der Effekt kontrovers diskutiert wird. Je nach Form und Intensität kann der Nystagmus auch operativ gemildert werden, indem man die Augenmuskultur durch Injektion des lähmenden Nervengiftes Bolulinumtoxin beeinflusst. Der Effekt ist nur temporär. Alternativ kann eine operative Anpassung einiger Augenmuskeln vorgenommen werden.

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