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Altersbedingte Makuladegeneration (AMD, senile Makulopathie)

Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Netzhauterkrankung, die ab 60 bis 65 Jahren spürbar wird und bei der sich die Stelle des schärfsten Sehens im Zentrum der Netzhaut – die Sehgrube – stoffwechselbedingt verändert und das Sehvermögen stark beeinträchtigt.

Symptome, Erscheinungsbild, Ursache der Altersbedingten Makuladegeneration

Die Altersbedingte Makuladegeneration (AMD) ist eine Sehstörung, die in zunehmendem Maß die Fähigkeit des scharfen Sehens beeinträchtigt. Sie macht sich anfangs durch den Eindruck verzerrter Linien und die Wahrnehmung grauer Flecken an fixierten Punkten im zentralen Gesichtsfeld bemerkbar. Von AMD Betroffene verlieren später die Lesefähigkeit und können nicht mehr Autofahren, behalten aber zumeist ihre Orientierungsfähigkeit.

Die AMD entwickelt sich ab etwa dem 50. Lebensjahr und ist zu Beginn noch ohne spürbare Symptome. Sie kann bei augenärztlichen Untersuchungen an gelblich-weißen Stoffwechseleinlagerungen oder unregelmäßigen Pigmentverschiebungen im Bereich der Makula lutea (gelber Fleck) erkannt werden. Erst später kommt es zu Einschränkungen und dann dem Verlust der Sehschärfe.

Die Netzhaut hat zweierlei Funktion: Die Makula lutea (gelber Fleck) und die darin befindliche zentrale Sehgrube (Fovea centralis) als Stelle des schärfsten Sehens sind für das Erkennen von Einzelheiten (erkennendes Sehen) wichtig. Die übrige Netzhaut dient zur Raumorientierung und zur Wahrnehmung von Bewegungen (orientierendes Sehen). Von der AMD verursachte Stoffwechselstörungen oder Gefäßneubildungen führen zum Ausfall von Sinneszellen in der Sehgrube und damit zu blinden Flecken im Gesichtsfeld.

Auftreten und Formen der Altersbedingten Makuladegeneration

AMD gilt als häufigste Erblindungsursache bei Personen über 65 Jahren in der westlichen Welt. Sie tritt in zwei Formen auf:

  • Trockene Makuladegeneration (atrophe Makulopathie)

Bei 80 bis 90 Prozent der AMD-Fälle handelt es sich um die trockene Form der Makuladegeneration. Sie entwickelt sich langsam und macht sich durch die Verminderung der zentralen Sehschärfe bemerkbar. Ursache ist eine stoffwechselbedingte Schrumpfung des Pigmentepithels und der sensorischen Netzhaut im Bereich der Sehgrube mit der größten Dichte zapfenförmiger Farbrezeptoren. Betroffene sehen an den von ihnen fixierten Punkten graue Flecken. Oft sind beide Augen von der AMD betroffen, allerdings in unterschiedlichen Stadien.

  • Feuchte Makuladegeneration (exsudative Makulopathie)

Zehn bis 20 Prozent der AMD-Fälle gehören zur feuchten Makuladegeneration. Sie verläuft deutlich schneller als die trockene Variante und führt zu schweren Sehbehinderungen. Bei der feuchten Makuladegeneration bilden sich neue Gefäße in der Aderhaut, die Flüssigkeit in den Augenhintergrund absondern, und es kann zu Pigmentepithelablagerungen und Vernarbungen im Makula-Bereich kommen. Einblutungen aus den neu gebildeten Gefäßen führen zu Ödemen auf der Netzhaut.

Auch die feuchte Makuladegeneration macht sich durch die Wahrnehmung von Verzerrungen in geraden Linien sowie eine Abnahme der Sehschärfe bemerkbar

Therapie und Behandlungsmöglichkeiten der Altersbedingten Makuladegeneration

Neben der augenärztlichen Untersuchung der Netzhaut und besonders der Makula lutea mittels Fluoreszenz-Angiografie zur Kontrolle der Augenhintergrundgefäße (FAG) oder Optischer Kohärenz-Tomographie (exakte Vermessung des Sehnervenkopfes, OCT) kann der Einsatz eines Amsler-Gitters Hinweise auf das Vorliegen einer AMD liefern. Beim Blick auf diese Testkarte mit einem karierten Linienmuster ist die Wahrnehmung von Verzerrungen schnell feststellbar.

Die sich langsam entwickelnde trockene Makuladegeneration lässt sich nicht heilen, sondern nur in ihrer Entwicklung durch Einnahme von Lutein-Tabletten verlangsamen. Die auftretenden Sehstörungen – vor allem der Verlust der Lesefähigkeit – können teilweise durch vergrößernden Sehhilfen (Lupenbrillen bzw. Bildschirmlesegeräte) kompensiert werden. Da sich die trockene in die feuchte AMD umwandeln kann, ist eine regelmäßige augenärztliche Kontrolle wichtig.

Gegen die feuchte Makuladegeneration werden unterschiedliche Therapien angewendet. Keine von ihnen bringt eine vollständige Heilung, doch sind eine Verlangsamung des Verlaufs und teilweise sogar eine Verbesserung der Sehfähigkeit möglich.

  • Laserbehandlung

Bei einigen von feuchter Makuladegeneration Betroffenen können die neu gebildeten Blutgefäße per Laser verödet werden. Es kommt jedoch vielfach zu Neubildungen.

  • photodynamische Therapie (PDT)

Bei diesem Behandlungsansatz wird ein photosensibler Farbstoff intravenös injiziert. Er reichert sich in den krankhaft gebildeten Gefäßen in der Makula lutea an und macht sie für energiearmes Laserlicht sensibel. Die Gefäße können dann ohne Schädigung des umliegenden Gewebes zerstört werden. In etwa der Hälfte der Fälle stabilisiert diese Behandlungsmethode die Sehfähigkeit oder verbessert sie sogar ein wenig.

  • medikamentöse Therapie (IVOM)

Die besten Behandlungserfolge werden inzwischen durch eine medikamentöse Therapie erzielt werden. Dabei wird ein die Gefäßbildung hemmendes Präparat (VEGF-Hemmer, u.a. Lucentis, Macugen, Avastin) unter klinischen Bedingungen gezielt in die Makula lutea injiziert (intravitreale Injektion, IVOM). Es verhindert eine weitere Neubildung von Gefäßen und den Flüssigkeitsaustritt und kann die Entwicklung der AMD hemmen oder stark verlangsamen. Bis ein Erfolg durch Kontrolluntersuchungen feststellbar ist, muss die Anwendung regelmäßig wiederholt werden. Da einige der Präparate sehr teuer sind, übernehmen die Krankenversicherungen die Kostenübernahme nicht ohne weiteres.

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